Wir nun also auch. Nach vier Wochen mit Masken im Gesicht, super engem Bewegungsradius, so gut wie keinen Aktivitätsmöglichkeiten und extrem eingeschränktem Kontakt zu unseren Freunden hier, packe nun auch ich die Koffer, schnappe mir dir Kids und sitze morgen im Flieger nach Deutschland. Und bin damit (zumindest in unserem Bekanntenkreis) eine der letzten.

Das ist keine Flucht, denn noch immer fühlen wir uns sicher. Hinzu kommen gute Nachrichten – zumindest für uns hier in Shanghai: Seit drei Tagen gibt es keine Neuinfektionen im Stadtgebiet und die Compounds lockern ihre Quarantäne-Regelungen. Einige Restaurants haben auch wieder geöffnet.

Allerdings: Die Deutsche Schule musste die für den 2. März geplante Wiedereröffnung den behördlichen Vorgaben entsprechend erneut verschieben – und es gibt bislang auch kein Datum für den Start. Bei zwei Kita-Kids ein kleineres Problem; für Schüler, Lehrer und Verwaltung gerad aber eine riesige Herausforderung. Die arbeiten fleißig am und mit dem E-Learning-Angebot, sodass alle aus Home Office und Home Schooling heraus einen mehr oder minder regelmäßigen Schulalltag haben. Auch unsere Erzieher sind fleißig und versorgen uns online mit Ausmalbildern, Arbeitsblättern für die Vorschüler, Spielanregungen, Fingerspieltutorials und Videogrüßen an die Kids.

Keine Ausreise also, sondern eine Pause vom gerade sehr eindimensionalen Leben und eine gute Zeit für Heimaturlaub. Ich habe in allen vorherigen Posts und allen Nachrichten an Freunde und Familie immer eins geschrieben: Wir machen das Beste draus. Und ehrlich? Das haben wir. Wir hatten eine ganz wunderbar intensive Familienzeit. Wir haben die erste Frühlingssonne genutzt, im Sandkasten gebuddelt und gegrillt. Wir sind mit den Rädern die leeren Straßen entlanggefahren.  Wir waren morgens auf der Suche nach Kaffee und Schokocroissants unterwegs und haben gebacken, gewerkelt und geräumt. Wir haben das Kita-Pinguin-Projekt bearbeitet. Mandalas gelegt. Verrückte Experimente für Kinder gemacht. Ich war Mama, Erzieherin, Entertainerin, Personal Trainerin, Köchin und Hausmädchen. Und zwar in Vollzeit. Und jetzt reicht’s. Mama braucht eine Pause, bevor ihr die chinesische Decke auf den Kopf fällt. Deshalb die Ausreise. Mit sehr viel Vorfreude im Gepäck.

 

 

 

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